Bewertungen für Flötzinger Bräu

"Wer zählt die Biere, nennt die Namen, die süffig hier zusammenkamen." Sehr frei nach einem Spruch aus "Die Kraniche des Ibykus" vom Dichterfürsten Friedrich von Schiller möchte ich eine kleine Reihe von Bewertungen über Brauereien beginnen. Weniger über die ganz Großen, welche ihre Produkte in so ziemlich jedem Getränkemarkt des Landes präsentieren, sondern über kleine bis mittelgroße Produzenten, die sich der Bierherstellung unter dem neudeutschen Oberbegriff "Craft-Beer" verschrieben haben, aber auch durchaus einfach nur Pils, Helles oder Bockbier brauen. "Du, des moagst Du net amoal geschenkt." Sagt der Flötzinger. In Winterkartoffelknödel. Von Rita Falk. Genug verwirrt ? Zur Aufklärung sei klar gestellt, dass der Flötzinger mit dem Spruch nicht das Flötzinger-Bier meint, denn dieser Flötzinger ist der Gas-Wasser-Heizungspfuscher von Niederkaltenkirchen, da wo die Eberhofer-Krimis spielen. In Wirklichkeit heißt der (Dreh-)Ort Frontenhausen und ist etwa 30 Kilometer östlich von Landshut zu finden. DAS Flötzinger kommt von der gleichnamigen Brauerei aus Rosenheim, welches zwar auch eine Fernseh-Polizei namens Rosenheim-Cops hat, runde 100 Kilometer südlich von Niederkaltenkirchen-Frontenhausen liegt und eh scho und sowieso ganz anders ist. Nun habe ich meiner Vorliebe für bayrische Lokalkrimis genügend gefrönt und wende mich dem eigentlichen zu: Dem Bier und der Brauerei, die es herstellt. Zurückverfolgbar bis ins Jahr 1543 ist der Ursprung der heutigen Flötzinger Bräu Rosenheim , als es die Erteilung der Brauereigerechtigkeit durch Herzog Wilhelm IV. von Baiern an den Bräu in der Wiesengasse gab. Jahrhunderte gingen ins Land, aus denen es nicht viel zu berichten gab, jedenfalls die Brauerei betreffend. 1864 wird Rosenheim von König Ludwig II. das Stadtrecht verliehen, im gleichen Jahr kauft Johann Krichbaumer, der Urgrossvater des heutigen Besitzers Franz Steegmüller II., den gesamten Besitz der Flötzinger Brauerei. In den Jahren zwischen 1900 und 1920 wird eine neue Brauerei erbaut und zwei weitere Brauereien hinzu erworben, 1934 übernimmt die Tochter Maria , geb. Krichbaumer, die mit Franz Steegmüller I. verheiratet ist und nun dessen Nachnamen trägt, das Geschäft. Ihr folgt ab 1960 Sohn Franz Stegmüller II. . Dessen Sohn, ein weiterer Franz, ist ebenso wie seine Schwester Marisa in die Geschäftsführung eingebunden. Mit nur 48 Jahren stirbt dieser Sohn 2012 völlig überraschend. Im gleichen Jahr heiratet seine Schwester den Rechtsanwalt Andreas Pyhrr, beide stehen Franz Stegmüller sen. im Geschäft zur Seite. Nun zum eigentlichen Thema, dem Bier unter dem Leitspruch "Dem Guten treu - Flötzinger Bräu". Das Angebot ist recht umfangreich, es werden 11 Lagerbiere wie Helles, Zwickl, Pils, Märzen, ein alkoholfreies und zwei Radler gebraut. Dazu kommen 7 Weißbiere und mit Maibock, Weihnachtsbock, Weihnachtsbier, Wiesn-Märzen und Josefibock 5 Saisonbiere. Abgefüllt wird in 0,5 -und 0,33-Liter-Flaschen. Ich hatte das erste Vergnügen der Bekanntschaft mit dem Flötzinger Hell, welches ich mir in einer Sammelbestellung von 10 verschiedenen "Helles" diverser bayrischer Brauereien zuschicken ließ. Mit 5,2% Vol.alk. und einem Stammwürzegehalt von 11,9% ist es ein typisches Helles. Mild und mit gut schmeckbarer Malznote hat es kaum Bitterstoffe. Gutes Bier für alle Tage. Kommt übrigens wie mittlerweile wieder viele Biere der Sorte "Hell" in der alten 0,5-Liter-Euroflasche. Die war früher etwas kürzer und dicker als die heute übliche NRW-Flasche. Meist braun gefärbt und mit Kronkorkenverschluß. Auf den Geschmack gekommen bestellte ich für die nächste Lieferung Maibock, 7,0% Vol.alk., Stammwürze 16%, auch dieses und wie ich feststellte fast alle Biersorten von Flötzinger in der dicken 0,5er Euroflasche. Vollmundiger, wohlschmeckender Bock. Da gibt es nichts dran auszusetzen. Dem Gas-Wasser-Heizungspfuscher Flötzinger würde das Bier bestimmt ebenfalls schmecken. Andererseits hat es der Wolfi in seiner Kneipe in Niederkaltenkirchen sicher nicht im Angebot, so besonders wählerisch sind die Gäste dort nicht :-) Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Flötzinger-Bräu auch alkoholfreie Erfrischungsgetränke wie verschiedene Limonaden, Schorlen und Cola herstellt. Erhältlich sind alle Getränke im gut sortierten Einzelhandel, verschiedene Versender von Bieren haben Flötzinger im Programm und die Brauerei selbst betreibt einen eigenen Onlineshop. Doch bitte beachten, dort sind die Biere erheblich teurer als bei den anderen Händlern. Zahlte ich bei einem Bierversender aus Groß-Gerau für die Flasche Flötzinger Hell 1,43 € ( inkl. 10 % Mengenrabatt ab 30 Flaschen, auch gemischt) und kostenfreiem Versand, so sind bei Flötzinger im Onlineshop für das gleiche Bier 2,09 € plus 6,90 € Versandkosten fälltig. Das lohnt sich nur, wenn man unbedingt alle Sorten probieren möchte, denn die bekommt man wirklich nur direkt ab Brauerei.
Bewertung auf golocal.de von Konzentrat am Tue 23.06.2020

Flötzinger Bräu

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Flötzinger Bräu in Rosenheim in Oberbayern ist in der Branche Sonstige Gewerbe tätig.

Info: Bei diesem Eintrag handelt es sich nicht um ein Angebot von Flötzinger Bräu, sondern um von goyellow.de bereitgestellte Informationen.